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Unterwegs auf dem Main-Radweg

Eine Radreise durch die idyllische Landschaft des Mains beginnt idealerweise in Bayreuth und verläuft über Bamberg und Aschaffenburg nach Mainz. Die gut ausgeschilderte Route des Main-Radwegs mit seinem flachen Relief, führt zwischen Weinreben und Hopfen hindurch und begeistert Jung und Alt mit einer abwechslungsreichen Landschaft. Dichte Wälder wechseln sich mit den charakteristischen Weinanbaugebieten ab. Die meist asphaltierten Radwege führen an den schönsten historischen und sakralen Sehenswürdigkeiten der Region vorbei. Dabei werden die Radfahrer zunächst über Kulmbach nach Bamberg geführt, die eine von 33 UNESCO-Welterbestätten in Deutschland ist.

Klein Venedig in Oberfranken

Im beschaulichen Fachwerkstädtchen Bamberg gibt es viel zu sehen. Zum Beispiel eines der schönsten Rathäuser Deutschlands. Das historische Gebäude prangt direkt über den seichten Wellen der Regnitz und ist mit seinen gotischen Stilelementen sofort zu erkennen. Die gemütlichen engen Gassen laden zu einem Spaziergang ein. „Klein Venedig“ wird das Wasserviertel der Stadt auch liebevoll genannt. Denn hier haben die kleinen Häuschen im Vorgarten alle direkten Zugang zum Fluss. Im historischen Brauereiausschank der Stadt kann man das „Schlenkerla“, das bekannte Rauchbier, sowie ein „Schäuferle“, einen zarter Braten aus der Schweinsschulter, probieren und mit diesen oberfränkischen Spezialitäten auch die kulinarische Entdeckungsreise am Main starten.

 

Karte

Entlang historischer Mauern

Weiter führt die Tour durch das Naturjuwel Maintal nach Haßfurt. Haßfurt liegt zwischen den beiden Naturparks Steigerwald und Haßberge. Da sich im Mittelalter die beiden Mächte der Bistümer Bamberg und Würzburg in den Haßbergen als Rivalen gegenüberstanden, ist die Region von allerlei Burgen und Schlössern geprägt, die das jeweilige Territorium sichern sollten. Mit der fränkischen Leichtigkeit im Rücken führt es die Radfahrer auf der Route an den traumhaft gelegenen Regionen der Weinberge vorbei, wobei es vereinzelt Gelegenheit zu einer Weinprobe gibt.

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Aussicht auf Würzburg

Nach einem Aufenthalt in Hassfurt, wo Sehenswertes wie zum Beispiel die Altstadt wartet, führt die Reise weiter nach Volkach. Dieser Ort wurde ebenfalls durch seine Weine sehr berühmt und liegt direkt im mainfränkischen Weinanbaugebiet. Im August findet seit mehr als 60 Jahren regelmäßig das Weinfest statt. Auch hier, wie im gesamten Weinland, wartet die eine oder andere Rebensaftprobe auf die Radler, nachdem ein Spaziergang durch die romantische Altstadt innerhalb der gut erhaltenen Stadtmauern unternommen wurde. Volkach ist besonders bekannt für die Mainschleife, an deren Scheitelpunkt der Ort liegt. Durch den Bau eines 6km langen Kanals wurde die sogenannte Weininsel geschaffen, auf der sich die Orte Sommerrach und Nordheim befinden.

Weinhauptstadt Würzburg

Nächstes Etappenziel ist das Zentrum des Weinlandes – Würzburg. Als UNESCO-Weltkulturerbestätte lädt nicht nur die Würzburger Residenz mit ihrem Hofgarten zu einem Besuch ein. Die Residenz zählt zu den wichtigsten Bauten des süddeutschen Barocks und wird auch gerne das Versailles von Franken genannt. Im Treppenhaus ist beispielsweise das größte zusammenhängende Fresko der Welt zu bestaunen. Erschaffen von Giovanni Battista Tiepolo. Der Wiederaufbau nach dem Krieg dauerte über 40 Jahre. Heute sind rund mehr als 40 der insgesamt 320 Räume für die Öffentlichkeit zugänglich.

Schon bei der Ankunft in Würzburg erblickt man die Festung Marienburg, die stolz über der Stadt thront. Mit zahlreichen Museen und Galerien bietet die Stadt Tag für Tag ein anderes Bild. Die imposante Fassade des Kiliansdoms wirkt nicht nur mächtig. Der Dom ist tatsächlich das viertgrößte Gotteshaus der Republik. Ebenso lockt inmitten der erholsamen Landschaft am Mainradweg eine der zahlreichen urigen Weinstuben in der Innenstadt. Hier werden aus den Bocksbeuteln die Schoppen gefüllt und andere kulinarische Genüsse serviert. Wer mehr über den Rebensaft erfahren möchte, kann sich während eines Rundgangs am „Stein-Wein-Pfad“ an den steilen Hängen über den begehrten Wein informieren und so bestimmt noch viel Wissenswertes erfahren.

Drei-Flüsse-Stadt Gemünden

Während die nächste Tour nach Gemünden/Lohr führt, spüren die Radfahrer den Flair von Frankreich, der über einem Rokokogarten liegt. Über das malerisch gelegene Karlstadt werden die Radfahrer nach Gemünden geführt, das sich als Drei-Flüsse-Stadt präsentiert. Hier trifft die Sinn auf die Fränkische Saale und anschließend auf den Main. Ebenso bleibt vielleicht noch Zeit für einen Ausflug auf das Huttenschloss Gemünden. Das Schloss wurde Anfang des 18. Jahrhunderts auf den alten Grundmauern des zerstörten Schlosses wieder aufgebaut.

Die durchquerten Regionen sind im Landschaftsbild noch immer durch den Weinbau bestimmt. Harmonisch gliedern sich hier die Straßen in das Landschaftsbild, um die Radfahrer nun nach Wertheim weiterzuführen. Das romantische Städtchen hat eine sehenswerte Altstadt. Im Anschluss an die Besuche bei den Bauwerken, wie dem Grafschaftsmuseum, verläuft nun die Fahrt nach Aschaffenburg durch die leichten Steigungen des Spessarts. Gleichzeitig wird damit das Tor zum Spessart oder das Bayerische Nizza erreicht. Nicht nur das milde Klima verleiht der Teilnahme an dieser Reise am Main das besondere Etwas. Ziel der Etappe ist das Schloss Johannisburg in Aschaffenburg, das Anfang des 17. Jahrhunderts aus rotem Sandstein erbaut wurde.

Durch die Märchenstadt weiter nach Mainhattan

Am nächsten Tag geht es in das 48km entfernte Offenbach. Auf dem Weg dorthin bietet sich das märchenhafte Hanau für eine Pause an. In der ehemaligen Residenzstadt wurden die Gebrüder Grimm geboren und starteten von hier aus, um ihre Geschichten über Mitteldeutschland zu Papier zu bringen. Zu Ehren dieser beiden Gründungsväter der Germanistik werden jedes Jahr die „Brüder Grimm Märchenfestspiele“ abgehalten. Auf dem weiteren Weg nach Hanau liegen auch das Schloss Steinheim und das Deutsche Goldschmiedehaus auf dem Weg.

Am letzten Tag wartet das Tourenziel Mainz auf die Rad-Enthusiasten. Auf dem Weg dorthin erwartet die Metropole Frankfurt die Radfahrer. Mit der glänzenden Skyline des Bankenviertels werden die Besucher im sogenannten Mainhatten empfangen. Allerdings hat die Stadt mit dem Römer, der Paulskirche und dem Dom durchaus auch historische Ansichten zu bieten, die einen Abstecher wert sind.

Nach der Tour durch Fichtelgebirge, Spessart und Frankenwald, vorbei an vielen idyllischen Kleinoden werden die Radfahrer am Ziel des Radweges noch einmal kräftig belohnt – mit einem Panoramabild von der Mündung des Mains in den breiten Rhein.